Burnout - wenn nichts mehr geht

Das heute umgangssprachlich als Burnout bezeichnete Erschöpfungssyndrom ist gekennzeichnet durch drei wesentliche Symptome, die neben der emotionalen Erschöpfung, den Verlust des Gefühls für die eigene Person und die reduzierte Leistungsfähigkeit beinhalten.

Als ursächlich ist eine individuelle Überlastungsreaktion durch extreme Überarbeitung sowohl beruflich als auch im familiären Umfeld sowie eine vorbestehende, innere, psychische Verfassung anzusehen. Als besonders gefährdet gelten Menschen, die äußerst engagiert sind und ihren Selbstwert vor allem aus der Arbeit ziehen oder familiär und sozial sehr eingebunden sind.

Neben emotionalen Beschwerden wie dem Gefühl innerer Leere, Hilflosigkeit, depressiven Stimmungsschwankungen oder vermehrter Reizbarkeit können auch zahlreiche psychosomatische Störungen auftreten. Psychosomatische Reaktionen wären typischerweise Schlafstörungen, Kopf- und Muskelschmerzen, hoher Blutdruck und Herzrasen. Der phasenhafte Verlauf eines Burnout Syndroms reicht von der Phase der Überaktivität mit extremer Leistungsfähigkeit, einer zunehmenden Erschöpfung und einem Rückzug aus dem sozialen Leben bis zum Vollbild einer psychischen Erkrankung und hier vor allem der Entwicklung einer Depression oder Angsterkrankung.

Grundsätzlich ist vielen Patienten die Inanspruchnahme einer professionellen Hilfe zu empfehlen, um eine Verschlimmerung oder Chronifizierung vorzubeugen. Aber auch der Einzelne kann einer Burnout-Entwicklung vorbeugen, indem er lernt, sich Zeit einzuteilen, Nein zu sagen, Loszulassen oder Stressventile zu finden. Ein therapeutischer Ansatz ist, eine positive Work-Life-Balance durch Stressmanagement zu erreichen, wozu auch Entspannungsverfahren wie Yoga, Qi gong oder Sport beitragen können. Darüber hinaus müssen individuelle Risikofaktoren berücksichtigt und therapeutisch bearbeitet werden.

Es ist bekannt, dass Arbeitsplätze, wo ein fairer, respektvoller Umgang miteinander herrscht sowie klare Werte und Ziele bestehen, das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, erheblich vermindern. Hier sind neben individueller Behandlung bedeutende gesellschaftliche Interventionsmöglichkeiten zu sehen.