Zwang

Vielen Menschen sind Zwangsphänomene in der einen oder anderen Form bekannt und müssen noch nicht Ausdruck einer psychischen Erkrankung sein. Manche von uns erledigen Dinge immer in derselben Reihenfolge, andere hüten sich vor Unglückszahlen oder durchdenken Telefonate mehrfach vorher und nachher.

Besonders vor Urlaubsreisen kennen viele Gedanken wie "Habe ich die Kaffeemaschine / den Herd ausgemacht?" oder "die Haustür abgeschlossen ?", was durchaus mehrmalige Kontrollen nach sich ziehen kann ohne Krankheitswert zu haben. Der Übergang von normalem Verhalten zu einem als zwanghaft zu bezeichnendem ist fließend und von kulturellen Normen abhängig. 

Wenn Gedanken nicht mehr kontrollierbar sind und hunderte Male pro Tag gedacht werden oder Handlungsabläufe wie Händewaschen ständig wiederholt werden müssen, entsteht in der Regel aber ein hoher Leidensdruck für die Betroffenen, die nicht mehr in der Lage sind ihr Verhalten zu unterdrücken ohne massive Angst oder Unruhe zu erleben. Es kann so zu starken Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit Auswirkungen auf das familiäre und berufliche Umfeld sowie der sozialen Aktivitäten kommen.

Die Störung wird oft selbst als merkwürdig empfunden und die Patienten sind sich der Unsinnigkeit der Gedanken und Handlungen meist bewusst. Dies führt häufig dazu, dass sie sich ihrer Symptomatik schämen, sie als peinlich empfinden und sich eher verstecken als Hilfe zu suchen.

Eine spezielle Psychotherapie stellt neben einer ergänzenden Psychopharmakotherapie eine Behandlungsmöglichkeit mit guten Therapieerfolgen dar und sollte jedem Betroffenen empfohlen werden.