Akupunktur

Obwohl die Akupunktur ein sehr alter, ganzheitlicher therapeutischer Ansatz ist, der seit über 3000 Jahren in China praktiziert wird, hat sie in der westlichen Medizin lange Zeit eine Rand-existenz geführt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat das Interesse an alternativen und sanften Heilmethoden, insbesondere wenn die Schulmedizin allein nicht ausreichend wirksam ist, aber deutlich zugenommen. Medizinische Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur haben zu einer zunehmenden Akzeptanz dieses Verfahrens beigetragen und sie für bestimmte Diagnosen sogar zur Kassenleistung werden lassen. Das traditionelle Konzept der Akupunktur bedeutet, dass durch bestimmte Reize an spezifischen Orten der Körperoberfläche bzw. des Ohres die Eigen-regulation des Körpers gezielt beeinflusst werden kann. Dies geschieht durch Stimulation von Qi, einer funktionellen Kraft laut der Traditionellen Chinesischen Medizin, die alle wesentlichen Funktionen im Körper steuert und deren Fließen durch die Akupunktur spürbar wird. Die Behandlung von psychischen Problemen bzw. Erkrankungen mit Akupunktur stand in ihrer Be-deutung lange Zeit hinter der in der Schmerzbehandlung zurück. Sie wird aber zunehmend mehr eingesetzt, insbesondere die sogenannte Akupunktur nach dem NADA Protokoll.

Akupunktur nach dem NADA Protokoll (National Acupuncture Detoxification Association) ist eine Behandlung, die am staatlichen Lincoln Hospital in Bronx / New York entwickelt wurde und die sich außer in den USA und in Deutschland derzeit in mehreren europäischen Ländern durchsetzt. Viele psychiatrische Tageskliniken, Ambulanzen, Praxen, Beratungsstellen, Reha-Kliniken und Krankenhäuser in Deutschland behandeln bereits mit Akupunktur.

Akupunktur eignet sich besonders für Menschen, die erheblich unter Stress, Schlaf¬störungen, innerer Unruhe, hoher Anspannung mit Selbstverletzungsverhalten sowie unter Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen leiden. Des Weiteren eignet sich die Akupunktur zur Unterstützung in der Behandlung von Alkohol- und Drogenproblemen.

Akupunktur wirkt auf die inneren Selbstheilungskräfte ein und kann Störungen im Wohlbe-finden regulieren. Sie wirkt entspannend bei übermäßiger Anspannung, fördert Wachheit und Konzentration bei Erschöpfung und dauernder Müdigkeit, verbessert den Nachtschlaf bei Schlaf-störungen. Ziel der Akupunktur ist es, den Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht zu bringen, die eigenen Ressourcen zu stärken, um Raum für neue Wege zu ermöglichen.

Akupunktur (nach dem NADA-Protokoll)

In unserer Klinik setzen wir auf allen Stationen die NADA Akupunktur erfolgreich ein. In der Regel handelt es sich um eine Behandlung im Gruppensetting, im Bedarfsfall wird sie aber auch als Einzelbehandlung angeboten. Hierbei handelt es sich um eine Ohrakupunktur, bei der 3 bis 5 sehr feine Nadeln in die Ohrmuscheln gesetzt werden. Die Akzeptanz für diese Akupunktur in unserem Hause ist bei den Patienten sehr groß und wird von vielen regelmäßig in Anspruch genommen.   

Die fünf Ohrpunkte:

Vegetativum (51): Ausgleich vegetativer Funktionen wie übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Verstopfung, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Zittern, Schmerz- und Schlafregulations-störungen. Seelisch-geistige Modalität: Nachdenken / „Grübeln“.

Shen Men (55): („Tor des Geistes, Tor zur Seele“). Belebt, entspannt und klärt den Kopf, fördert die Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Wirkt antidepressiv. Modalität: Freude.

Nierenpunkt (95): Erneuerung, Regeneration und Reaktivierung nach Erschöpfung. Die Niere bewahrt und schützt die Lebensenergie. Sie fördert die Entwicklung, reaktiviert Energie und unterstützt die innere Struktur der Person und ihren Willen (Willenskraft). Modalität: Angst.

Leberpunkt (97): Stoffwechsel, Bewegung und Emotion im Fluss halten. Beweglichkeit, Entscheidungskraft und Muskelfunktionen unterstützen. Aggressive Emotionen im Fluss halten, sich wehren und sich abgrenzen können. Seelische Modalität: Entscheidungskraft und Beweglichkeit, Wut/Zorn.

Lungenpunkt (101)
: Ausscheidung, Austausch, Atmung, Loslassen und Abschiednehmen. Förderung von Trauer und dem „Loslassen können“. Modalität: Trauer.