Die Praxis der Achtsamkeit

Die Praxis der Achtsamkeit wurde vor allem in der buddhistischen und hinduistischen Kultur des alten Indiens entwickelt.
Achtsamkeit kann als das Herz der buddhistischen Psychologie bezeichnet werden. Bei den buddhistischen Lehren zur Achtsamkeit handelt es sich um ein an den eigenen Erfahrungen überprüfbares Regelwerk für den Umgang mit dem eigenen Bewusstsein.
Die buddhistischen Lehren zur Achtsamkeit sind damit ein Leitfaden, um leidvolle Zustände zu überwinden. Dabei werden leidvolle Zustände letztlich als das Ablehnen dessen was gerade ist  - Abneigung -, und das haben wollen, dessen was gerade nicht ist bzw. das nicht verlieren wollen, dessen was gerade ist - Anhaftung -, betrachtet. Damit ist quasi jegliches menschliches Leid mit eingeschlossen.

Das Praktizieren von Achtsamkeit ist ein Übungsweg. Einmal davon in Kenntnis zu gelangen oder sich theoretisch damit zu beschäftigen, wird kaum die hilfreiche Wirkung entfalten. Es geht darum mit Geduld und Ausdauer dabei zu bleiben und sich vielmehr mit einer inneren Haltung und Seinsweise vertraut zu machen.

Die Definition von Achtsamkeit ist 1. Gewahrsein der 2. gegenwärtigen Erfahrung mit 3. Akzeptanz.
Diese drei Komponenten sind in der Erfahrung von Achtsamkeit untrennbar miteinander verbunden und vorhanden.
Mit Akzeptanz ist dabei gemeint, die momentane Erfahrung nicht zu bewerten und dieser mit einer annehmenden, wohlwollenden Haltung zu begegnen.

In der Praxis der Achtsamkeit unterscheidet man formelle und informelle Übungen.
Bei den formellen Übungen nimmt man sich eine gewisse Zeit vor, in welcher man seine Aufmerksamkeit in der oben beschriebenen Weise auf ein bestimmtes Objekt richtet. Das kann der Atem sein oder eine Sinneserfahrung, wie zum Beispiel das Hören. Auch ist es möglich achtsames Gehen zu üben.
Immer wenn die Aufmerksamkeit abgelenkt wird, richtet man sie wieder auf das Objekt der Achtsamkeit zurück – ohne sich zu bewerten oder zu beurteilen.
Bei den informellen Übungen geht es darum, zum Beispiel alltägliche Handlungen wie Essen, Zähneputzen, Geschirrspülen oder Ähnliches mit einer achtsamen Haltung auszuführen. Wartet man beim Einkaufen oder im Verkehr, kann dies zu einer Gelegenheit für Achtsamkeit werden, sich den Empfindungen des gegenwärtigen Augenblicks bewusst zu werden.

Mit Varianten der Übungsmöglichkeiten von Achtsamkeit möchten wir Sie darin unterstützen, mehr über sich selbst zu erfahren. Dies kann hilfreich sein, um sich in seinen Reaktionen körperlicher, emotionaler und gedanklicher Art besser zu verstehen.
Eine achtsame Haltung ermöglicht es, eine angemessene Distanz zu schwierigen Empfindungen zu entwickeln. So entsteht ein innerlicher Freiraum, in dem Sie neue Wege im Umgang mit schwierigem Erleben finden können. Vorgefasste Haltungen und aus der Vergangenheit entwickelte und automatisierte Umgangs- und Reaktionsweisen wie auch Bewertungen können überprüft und verändert werden. Darüber hinaus entsteht mit dem Üben von Achtsamkeit häufig ein verbessertes Körpergefühl.

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