Psychosomatische Störungen

Es hat sich insgesamt in der Medizin eine Betrachtungsweise entwickelt, dass psychische Prozesse bei der Entstehung und Aufrechterhaltung vieler Erkrankungen eine Rolle spielen können und dass es eine enge Wechselwirkung zwischen Körper und Seele gibt. Man unterscheidet hierbei psychogene bzw. funktionelle Störungen von psychosomatischen Störungen im engeren Sinne.

Bei den psychogenen Störungen findet sich eine normale Funktion der Organe oder Organsysteme und die wahrgenommenen Beschwerden lassen sich nicht auf eine Schädigung oder Erkrankung des Körpers zurückführen. Grundsätzlich können diese Beschwerden in allen Variationen und Lokalisationen auftreten und durchaus wie somatische Krankheitsbilder erscheinen. Die Patienten können unter verschiedenen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfälle, Beklemmungsgefühlen mit Luftnot oder wechselhafter Schmerzsymptomatik leiden. Über die Chronifizierung einer solchen Störung entscheiden zum einen die seelische Situation des Betroffenen und der Stellenwert der Symptomentstehung für das seelische Gleichgewicht, zum anderen die Empfindlichkeit des von der Psyche „ausgewählten“ Organs.

Organische Erkrankungen können aber auch anteilig seelische Mitursachen haben, und deren Behandlung sollte psychogenetische Faktoren berücksichtigen. Zu diesen psychosomatischen Störungen im engeren Sinne gehören typischerweise Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, ein erhöhter Blutdruck mit in der Folge erhöhtem Herzinfarktrisiko sowie Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis.

Bei allen diesen Störungen ist daher oft eine ausführliche körperliche Diagnostik z. T. auch Behandlung erforderlich, bevor sich den psychischen Problemen gewidmet werden kann. Um eine dauerhafte Beschwerdefreiheit zu erzielen, ist eine psychotherapeutische Intervention meist unumgänglich.

Behandlungsmöglichkeiten