Die Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist eine Erkrankung mit Instabilität in den zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt oftmals im frühen Erwachsenenalter bzw. in der Pubertät und manifestiert sich in verschiedenen Lebensbereichen.

Folgende Symptome können zum Störungsbild gehören

  • starkes Bemühen, Verlassenwerden zu vermeiden
  • ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist
  • Identitätsstörung: Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung
  • Impulsivität in verschiedenen selbstschädigenden Bereichen (z.B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, Essverhalten)
  • wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmorddrohungen oder Selbstverletzungsverhalten
  • affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung
  • chronische Gefühle von Leere
  • unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren
  • vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste dissoziative Symptome

Kern der Störung ist insbesondere die Schwierigkeit der Betroffenen, Gefühle zu steuern und zu regulieren. Sie werden häufig von schmerzhaften Gefühlen überflutet, wobei dies meist diffus als plötzlich auftretende, starke innere Anspannung wahrgenommen wird. Impulsive und selbstschädigende Verhaltensweisen können auch als misslungene Versuche angesehen werden, mit schmerzhaften Gefühlen umzugehen.

Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt und auch individuell verschieden. Nach der bio-sozialen Theorie wird die Anfälligkeit für Störungen der Emotionsregulation durch das Zusammenwirken einer biologisch bedingten, besonderen Sensibilität sowie belastenden, oft abwertenden oder traumatisierenden Einflüssen durch das soziale Umfeld erklärt.

Zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung gibt es verschiedene therapeutische Ansätze. Der am besten nachgewiesene Ansatz der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) geht auf Marsha Linehan zurück, die ihn in den 1980er Jahren für chronisch suizidale PatientInnen entwickelte.
Die Therapie zielt darauf ab, den Betroffenen wieder mehr Selbstkontrolle zu ermöglichen und emotionales Leiden zu verringern. Hierzu trägt neben anderen therapeutischen Methoden insbesondere die Vermittlung und Einübung von Skills (= Fertigkeiten) zum Umgang mit hohen Spannungszuständen, zum Umgang mit Gefühlen oder zwischenmenschlichen Schwierigkeiten bei.

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