Der Weg zum Leitbild

Ein Leitbild für die Brücke

Nach 50 Jahren engagierter  und verantwortlicher gemeindepsychiatrischer Versorgung  war das Bedürfnis,  in einem Leitbild zu transportieren, was die Arbeit der Brücke ausmacht und welche Visionen diese  Arbeit tragen „überfällig“.
Es wurde auf Seiten der Geschäftsführung die Entscheidung getroffen, eine Projektgruppe zu bilden, die  unter der  Projektleitung von Karin Berger (Teamleitung AEH/AWG Uelzen) den Auftrag erhielt, innerhalb eines Jahres unter breiter Beteiligung der Mitarbeitenden  ein Leitbild zu formulieren, in dem sich alle Bereiche und Einrichtungen der Brücke wiederfinden,  das die Geschäftsführung  überzeugt und der Vorstand beschließt. Bei der Zusammensetzung  der Projektgruppe war  eine Vielfalt an beruflichen Perspektiven und Einrichtungen der Brücke wichtig und auch die Bereitschaft, sich dieser Aufgabe zu stellen.  Rückblickend ist festzuhalten, dass uns eine bunte und konstruktive  Mischung gelungen ist:


•    Gaby Behrens, Verwaltung und Betriebsratsvorsitzende (PKU)
•    Wiebke Dethloff, Psychologin, Station 1(PKU)
•    Michael Mester, Pflege und Fortbildung (PKU)
•    Anja Porr, Sozialer Dienst der (PKU)
•    Andrea Reitz , Sozialpädagogin (TS U)
•    Nele Steche, Ergotherapie (PKU)
•    Folke Sumfleth, Arzt (SpD)
•    Julia Ulm, Pflege (PKU)
•    Theresa Geist (während ihres Anerkennungsjahres Soziale Arbeit in der AEH/AWG Uelzen)


Die konstituierende Sitzung der Projektgruppe fand am 16.03.2015 statt.  Es wurden inhaltliche Vorstellungen und Vorerfahrungen ausgetauscht und ein ehrgeiziger Maßnahmeplan erarbeitet, der die Erstellung eines Leitbildes bis Ende 2015 vorsah. In einem gemeinsamen  Brief von Geschäftsführung und Projektleitung wurden alle Mitarbeitenden über den geplanten Verlauf informiert und  gebeten, sich mit ihren Ideen und Vorstellungen in den Prozess einzubringen.

In der ersten Phase stand die  Vorbereitung eines Worldcafes zur Beteiligung der Mitarbeitenden im Vordergrund. Zur Unterstützung kam ein externer Berater hinzu, der die Projektgruppe bei der Vorbereitung des Worldcafes unterstützte und die Durchführung moderierte.

Im Vorlauf zum Worldcafe initiierte die Projektgruppe im Intranet eine Umfrage zu den Werten, die für die Mitarbeitenden in ihrer Arbeit mit Menschen, die psychisch erkrankt sind, an oberster Stelle stehen - 80 Mitarbeitende nahmen teil . Die fünf am meisten genannten Werte   flossen  in das Worldcafe zur weiteren Diskussion und Konkretisierung ein.  Ein im Intranet initiiertes Forum zur Eröffnung der Diskussion über das Leitbild wurde von den Mitarbeitenden nicht angenommen.
Am 25.06.2015 fand das Worldcafe mit 80 Mitarbeitenden  im Veranstaltungsraum der Klinik statt.

Fünf Thementischen luden die  Mitarbeitenden in abwechselnder Zusammensetzung  zur Diskussion ein. Ergebnisse wurden an einer Moderationswand visualisiert  oder  auf den Tischdecken festgehalten.


•    TOP 5 der Werte – Was bedeuten sie für unsere Arbeit 
•    Was verbindet uns miteinander?
•    Wofür steht die Brücke? – was macht uns unverwechselbar? 
•    Inklusion – was tragen wir dazu bei?
•    Was brauche ich, um zufrieden arbeiten zu können?


Die Fülle an  Material, die uns das Worldcafe bescherte,  zu verdichten, die richtigen Worte zu finden, darum haben wir im zweiten Teil intensiv gerungen:
Wer sind wir? Was ist unsere Aufgabe? Was tun wir für wen und wie arbeiten wir mit den Menschen? Wie versteht sich Leitung? Wie wirtschaften wir? Wie ist unser Umgang mit Ressourcen? Welche Visionen verfolgen wir?
Dabei stand die Perspektive der Mitarbeitenden im Vordergrund.  Ihre Rückmeldungen zu unserem ersten noch viel zu umfänglichen Entwurf von November 2015 waren hilfreich und wichtig. Ebenso die Rückmeldungen des Vorstandes, der Geschäftsführung, Personalleitung und Abteilungsleitung des ambulanten Bereiches, und der externen Berater. Sie haben uns als Projektgruppe  angespornt,  engagiert und konstruktiv  durch einen intensiven Diskussionsprozess zu gehen.  Wir haben  lebhaft diskutiert, kontroverse Standpunkte erörtert und neu formuliert. 
Im letzten Teil fand dann erneut eine Abstimmung mit Geschäftsführung , Personalleitung und Vorstand statt. Das Besondere war, dass alle am Prozess  Beteiligten sich  für ein  gemeinsames Leitbild engagiert haben, das allen  Perspektiven gerecht wird.   Es ist uns gelungen, dieses Leitbild im Konsens zu verabschieden. Es beschreibt unsere Aufgabe, die Haltung und Werte, die unsere Arbeit ausmachen, nach innen und nach außen und es formuliert Leitsätze, die Orientierung für die Zukunft bieten.

Es ist an uns allen, diese Worte mit Leben zu füllen.